Git für Claude Code: die vier Orte, an denen dein Code lebt
Das baust du
Mit Git bekommst du die Rückgängig-Taste für alles, was du mit Claude Code baust. Der Guide zeigt dir die vier Orte, an denen eine Version von deinem Code leben kann, vom Working Directory auf deinem Rechner bis zum Remote Repository auf GitHub, und welcher Befehl sie verbindet. Dazu bekommst du fertige Sätze für Claude Code, mit denen du speicherst, hochlädst und zu einem alten Stand zurückspringst, ohne einen einzigen Befehl auswendig zu lernen.
Warum du Git brauchst
Stell dir vor, du sagst Claude Code: „Bau mir eine Website für mein Business.“ Claude Code legt dann einen Ordner an und schreibt lauter Dateien rein: eine für das Aussehen, eine für die Texte, eine für die Buttons und Funktionen.
Dieser Ordner mit den Dateien heißt Repository, kurz Repo. Und genau diese Dateien sind deine Website. Sie steuern, wie sie aussieht und was sie kann.
Jetzt sagst du morgen: „Mach alles blau.“ Claude ändert zwanzig Dateien, und plötzlich ist dein Menü kaputt. Und genau dafür gibt es Git. Es merkt sich jeden Stand von deinem Projekt, und du kannst jederzeit zurück.
Das Ganze sieht nur kompliziert aus, weil dir keiner sagt, wo dein Code gerade liegt. Es gibt nämlich nur vier Orte, an denen eine Version von deinem Code leben kann. Sobald du die kennst, macht plötzlich jeder Befehl Sinn, den Claude Code dir hinwirft.
Die vier Orte auf einen Blick
| Ort | Was das ist | Befehl, der deinen Code zum nächsten Ort bringt |
|---|---|---|
| 1. Working Directory | Der Ordner, in dem du gerade arbeitest | git add |
| 2. Staging Area | Die Vorschau auf deinen nächsten Speicherpunkt | git commit |
| 3. Local Repository | Der Aktenschrank auf deinem Rechner mit allen Commits | git push |
| 4. Remote Repository | Die Kopie von deinem Repository auf GitHub | Endstation: hier ist dein Projekt sicher |
Ein Commit ist ein Speicherpunkt: ein fester Schnappschuss deines Projekts, zu dem du zurückkannst. Die Befehle in diesem Guide tippst du nicht selbst. Du schreibst Claude Code auf Deutsch, was passieren soll, und Claude führt den passenden Befehl aus. Fragt Claude Code, ob es einen Befehl ausführen darf, bestätigst du mit Ja.
Git in deinem Projekt einschalten
Öffne Claude Code in dem Ordner, in dem dein Projekt liegt, so wie du es sonst auch startest. Kopier den Prompt unten in den Claude Code Chat und schick ihn ab. Claude prüft, ob Git installiert ist, installiert es bei Bedarf und macht aus deinem Ordner ein Repository.
Ersetze vorher [Dein Name] und [Deine E-Mail]. Git schreibt beides an jeden Speicherpunkt, damit man sieht, von wem er stammt. Nimm am besten die E-Mail, mit der du dich gleich bei GitHub anmeldest.
Die .gitignore ist eine kleine Liste mit Dateien, die Git nie speichern soll. Da gehören Passwörter und API-Schlüssel rein, damit sie nie auf GitHub landen.
Prüf, ob Git auf meinem Rechner installiert ist, und installier es, falls es fehlt. Mach danach aus diesem Ordner ein Git-Repository. Trag als Absender für Git meinen Namen [Dein Name] und meine E-Mail [Deine E-Mail] ein. Leg eine .gitignore an, damit Passwörter, API-Schlüssel, .env-Dateien und unnötige Systemdateien nie gespeichert werden. Erklär mir am Ende in zwei Sätzen, was du gemacht hast.
Ort eins: das Working Directory
Das ist der Ordner, in dem du gerade arbeitest. Also ganz normal Datei öffnen, was ändern, speichern, wie in jedem anderen Programm auch. Nur hat Git davon noch nichts gespeichert.
Stell dir vor, Claude Code ändert dir gerade zwanzig Dateien, und in der Git-Historie steht davon noch nichts. Deswegen sagst du mit git add, welche Änderungen beim nächsten Speicherpunkt dabei sein sollen.
Bevor du das machst, lass dir zeigen, was sich überhaupt geändert hat. Dafür nutzt Claude den Befehl git status.
Zeig mir mit git status, welche Dateien sich seit dem letzten Speicherpunkt geändert haben. Erklär mir zu jeder Datei in einem einfachen Satz, was sich geändert hat und ob die Änderung fertig wirkt oder noch eine halbe Baustelle ist.
Ort zwei: die Staging Area
Das ist die Vorschau auf deinen nächsten Speicherpunkt.
Sagen wir, Claude hat fünf Dateien angefasst, aber nur drei davon sind wirklich fertig. Die zwei anderen sind noch halbe Baustellen. Dann packst du nur die drei rein, und die zwei anderen bleiben erstmal draußen. Genau das macht git add.
Trag im Prompt die Dateinamen ein, die Claude dir in Schritt 2 als fertig gezeigt hat. Sind alle Änderungen fertig, schreib stattdessen einfach: „Pack alle geänderten Dateien in die Staging Area.“
Pack nur diese Dateien mit git add in die Staging Area: [Datei 1] [Datei 2] [Datei 3] Alle anderen Änderungen bleiben draußen. Zeig mir danach, was in der Staging Area liegt und was nicht.
Speicherpunkt setzen mit git commit
Und dann kommt git commit. Das macht aus genau diesen drei Dateien einen festen Snapshot, zu dem du jederzeit zurück kannst.
Zu jedem Commit gehört eine kurze Nachricht, was sich geändert hat, zum Beispiel „Menü auf Blau umgestellt“. Die Nachricht ist später dein Wegweiser, wenn du einen alten Stand suchst. Lass Claude sie schreiben, auf Deutsch und konkret.
Mach einen Commit mit allem, was gerade in der Staging Area liegt. Schreib eine kurze, konkrete Commit-Nachricht auf Deutsch, die sagt, was sich geändert hat. Zeig mir danach die Nachricht und welche Dateien drin sind.
Ort drei: das Local Repository
Aber wo wird der Schnappschuss abgelegt? Im Local Repository. Das ist wie ein Aktenschrank auf deinem Rechner. Da drin liegen alle deine Commits, deine Branches, die komplette Geschichte von deinem Projekt.
Jeder Commit ist wie ein Foto von deinem Projekt an dem Tag, an dem du gespeichert hast. Macht Claude Code dir morgen was kaputt, gehst du einfach zum Snapshot von heute zurück. Wie das geht, steht in Schritt 7.
Ein Branch ist ein Nebenzweig deines Projekts, auf dem du etwas ausprobieren kannst, ohne die Hauptversion anzufassen. Für den Anfang reicht dir der eine Hauptzweig, den Git automatisch anlegt.
Der Haken: Der Aktenschrank steht nur auf deinem Rechner. Geht dein Laptop kaputt, ist alles weg. Deswegen gibt es git push, und der schickt alles online.
Zeig mir mit git log meine letzten zehn Speicherpunkte. Für jeden: Datum, Commit-Nachricht und eine kurze Erklärung in einfachen Worten.
Ort vier: das Remote Repository
Das ist eine Kopie von deinem Repository, nur liegt die auf GitHub statt bei dir. Stell dir das vor wie Google Drive für deinen Code. Dein Laptop kann aus dem zehnten Stock fallen, dein Projekt ist trotzdem noch da.
Mit git push schickst du deine Commits dorthin. Beim ersten Mal legt Claude dafür auf GitHub ein neues Repository an und verbindet es mit deinem Ordner. Wähle privat: Dann sehen den Code nur du und die Leute, die du einlädst.
Muss Claude dich bei GitHub anmelden, sagt es dir, was zu tun ist. Meist öffnet sich ein Browserfenster mit der GitHub-Anmeldung. Melde dich dort an, bestätige den Zugriff und geh zurück zu Claude Code.
Und wenn Claude Code dir ab jetzt sagt „committen und pushen“, weißt du genau, was da passiert: Speicherpunkt in Ort drei setzen, dann ab damit nach Ort vier.
Leg auf GitHub ein privates Repository mit dem Namen [Projektname] an. Verbinde es mit diesem Ordner und schick alle Commits mit git push hoch. Wenn ich mich bei GitHub anmelden muss, sag mir Schritt für Schritt, was ich klicken soll. Gib mir am Ende den Link zu meinem Repository auf GitHub.
Zurück zu einem alten Stand
Jetzt kommt der Moment, für den du das alles machst: Claude Code hat dir was kaputt gemacht, und du willst zum Stand von gestern zurück.
Sag Claude, welcher Speicherpunkt noch in Ordnung war, also das Datum oder die Commit-Nachricht aus Schritt 5. Der Prompt sorgt dafür, dass Claude mit git revert arbeitet. Die Fehler werden mit einem neuen Speicherpunkt rückgängig gemacht, und kein alter Speicherpunkt geht verloren.
Am Ende pusht Claude den reparierten Stand wieder, damit auch die Kopie auf GitHub stimmt.
Mein Projekt war beim Speicherpunkt [Datum oder Commit-Nachricht] noch in Ordnung. Bring den Code auf genau diesen Stand zurück. Nutz dafür git revert, damit kein Speicherpunkt gelöscht wird. Wenn es noch Änderungen gibt, die nicht committet sind, sag mir das vorher und frag, was damit passieren soll. Lösch nichts endgültig, ohne mich zu fragen. Schick das Ergebnis danach mit git push zu GitHub.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Git und GitHub?
Git ist das Programm auf deinem Rechner, das die Speicherpunkte macht. Das sind die Orte eins bis drei. GitHub ist der Online-Dienst, auf dem die Kopie liegt, also Ort vier.
Muss ich die Git-Befehle auswendig lernen?
Nein. Claude Code tippt die Befehle für dich. Wichtig ist nur, dass du weißt, an welchem der vier Orte dein Code gerade liegt. Dann verstehst du jede Rückfrage von Claude.
Wie oft sollte ich committen?
Immer dann, wenn etwas funktioniert. Ein neuer Abschnitt auf der Website steht, ein Fehler ist behoben: Commit. Lieber viele kleine Speicherpunkte als einen großen am Ende des Tages.
Sieht jeder meinen Code auf GitHub?
Nur wenn du das Repository öffentlich machst. Ein privates Repository sehen nur du und die Leute, die du einlädst.
Spickzettel
- git statusZeigt, was sich in Ort eins, dem Working Directory, geändert hat.
- git addSchiebt fertige Änderungen in Ort zwei, die Staging Area.
- git commitMacht daraus einen festen Speicherpunkt in Ort drei, dem Local Repository.
- git pushSchickt deine Commits nach Ort vier, ins Remote Repository auf GitHub.
- git logListet alle Speicherpunkte aus deinem Aktenschrank.
- git revertMacht einen alten Commit mit einem neuen Commit rückgängig, ohne etwas zu löschen.
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